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All Shall Perish - Awaken The Dreamers (2008)



Es ist lange, lange her, doch hier ist eine weitere Review aus meiner Feder. Ich musste lange überlegen, welches Album nun Opfer meines (in der letzten Review vielleicht nicht ganz so) kritischen Blickes werden könnte und kam zu dem Schluss einfach bei "A" in meiner Sammlung anzufangen. Ich weiß, ich weiß, genial, oder?

Damit sind wir bei All Shall Perish, einer Deathcore-Band aus Oakland in Kalifornien. "Deathcore?" -Höre ich nun die True-Metalheads unter euch fragen- "Ist das nicht dieses neue Genre mit den stumpfen Breakdowns und den epilepsiegefährdeten Kindern?" Und bevor ich diese Band kannte, hätte ich diese Review genauso fragend angeguckt, wie ihr, denn ich muss von vorneherein sagen, dass Deathcore auch für mich lange Zeit eher belächelt wurde (Suicide Silence und Konsorten sei dank).

Trotzdem haben die Jungs aus Oakland es drauf. Nicht nur, weil sie es schaffen den Death Metal Elementen in ihrem Sound etwas mehr Raum einzuräumen, als vergleichbare Bands, sondern auch, weil ihre Musik technisch auf enorm hohem Niveau herumtollt. Nicht umsonst sind die Grenzen zwischen Deathcore und Technical Death Metal teilweise fließend.

Auch dieses Album hat es durchaus in sich, denn neben brutalem Gehölz, welches sich durchaus sehen lassen kann, gibt es sogar einige richtig gute Instrumentalstücke und Sänger Hernan Hermida versucht sich zeitweise sogar an...Vorsicht, jetzt kommt's, also nicht erschrecken...Klargesang. Lyrisch bewegt sich das ganze in der ausladenden Amerika- und Kapitalismuskritik, welche allerdings eher oberflächlich ausfällt.

Der erste Song ("When Life Meant More...", befördert den bekannten Hammer mit technischer Eleganz in die noch bekanntere Fresse. Hier sind die Breakdowns noch sehr vordergründig, allerdings durch großartige Gitarrenarbeit von Seiten Chris Storeys aufgelockert.

Der zweite Song ("Black Gold Reign"), glänzt bereits etwas mehr durch Atmosphäre und ist auch allgemein musikalisch deutlich abwechlungsreicher gestaltet. Nicht nur, dass hier einige wirklich großartige Soli eingebaut sind, nein, es gibt sogar eine kurze akustische Passage und einige fast schon an Iron Maiden erinnernde Schreie, welche nahtlos in den sonstigen gutturalen Gesang einfließen.

Der nächste Song ("Never...Again") ist wieder etwas generischer, hat aber wieder einige Großartige Soli, welche Zeitweise sehr an frühe 8bit Gameboy-Melodien erinnern.

Der vierte Song ("For The Ones We Left Behind") ist das erste Interlude und bietet einige schöne Melodien, sowie eine (für mich) willkommene Verschnaufpause.

Darauf folgt der namensgebende Song des Albums, welcher es ebenfalls in sich hat und einige wirklich großartige solo-ähnliche Bass-Licks enthält (für mich als Bassisten) ein besonderes Schmankerle.

Darauf folgt ein weitgehend akustisch gehaltener Einwurf, welcher zeitweise Jazz und Soul Anleihen in den Raum wirft und mit gutem Klargesang untermalt ist. Sehr untypisch für das Album, aber ebenfalls eine nette Abwechslung.

Kaum ist der letzte Ton zu ende geklungen, schlägt uns die Band ihren größten Hass-Batzen des Albums ("Stabbing To Purge Assimilation") um die Ohren. Brutale Breaks, brutale Riffs. Stellenweise lässt einen das mit einem wehmütigen Lächeln an Bands, wie Dying Fetus denken, auch wenn dafür die Breakdowns zu markant und zahlreich ausfallen.

Die zwei Songs danach heben sich nur bedingt voneinander ab und sind mein persönlicher Tiefpunkt des Albums. Zu viele Breakdowns, die technischen Elemente fallen auch vergleichsweise gering aus. Zwei relativ generische Deathcore Songs, ohne besondere Merkmale. Trotzdem ok.

Der Drittletzte und vorletzte Song sind wieder beide Interludes, das erste eine vergleichsweise unauffällige Melodie, welche allerdings wieder von einem großartigen Solo untermalt wird, das zweite wieder ein kurzer Exkurs in akustische Gefilde.

Der letzte Song packt dann noch einmal eine ordentliche Schippe Härte drauf, wirkt aber trotzdem enorm melodisch und schon fast wehmütig. Kein Wunder, denn der letzte Song ist eine große Verneigung vor den Großen der Metalszene. Die Lyrics setzen sich hier aus allerlei Hooklines bekannter Songs zusammen.

Als Fazit bleibt mir nur zu sagen, dass mir das Album gezeigt hat, dass in Deathcore doch eine ganze Menge stecken kann, obgleich ich den klassischen Death Metal immer vorziehen werde. Was bleibt ist eine technisch großartige Scheibe, die die Deathcore-Hasser unter euch nicht umstimmen, aber vielleicht doch dem ein oder anderen Virtuositätsfetischisten zusagen wird. Der Rest freut sich über in okayes, bis gutes Album, welches sich stellenweise zu sehr am allgemeinen Deathcore Rezept orientiert.

Wertung 6,5/10

28.4.14 14:54, kommentieren

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Immolation- Majesty and Decay (2010)



Also, hier sind wir nun! Ihr steht meiner ersten Review gegenüber. Und es geht direkt heftig los.

Um genau zu sein mit den New Yorker Deathern Immolation. Diese Jungs mischten schon vor dem hier gezeigten Album eine ganze Weile im Genre mit und waren unter anderem Pioniere auf dem Gebiet des Technical Deathmetals.
Nachdem man auf den ersten paar Scheiben der Religion ordentlich in den Arsch getreten hatte wendete man sich nun der Gesellschaft in ihrer Gesamtheit zu (daher auch der Titel, übersetzt: "Erhabenheit und Verfall") Natürlich weiterhin in dissonant harmonischen Pattern geschrieben.

Soviel zur Band allgemein. Nun zu diesem Album, bzw. zu diesem Meisterwerk des düsteren Deathmetals. Nach einem kurzen instrumentalen Intro an dessen Ende (leider recht generische) Soundeffekte nahtlos in den ersten Song ("The Purge") überleiten, welcher allerdings sofort zeigt, was Immolation gut kann: brutal und unaufhaltsam stampfende (teilweise sogar recht langsame) Riffs, die mit einem Blastbeat unterlegt sind, welcher Maschinengewehre erblassen lässt. Dazu die Deathgrowls vom Bassisten und Grunzer Ross Dolan, dessen Stimme direkt aus der Hölle entstiegen zu sein scheint (im positiven Sinne).
Ist man mit den vorherigen Alben von Immolation vertraut, fällt einem zusätzlich auch noch die enorm erhöhte Soundqualität auf, welche vor allem den perfekt chaotischen Soli zu Gute kommt.
Nach dem ersten Hammer folgt direkt der nächste ("A Token of Malice"), welcher das Tempo etwas anzieht und so deutlich klassischer daherkommt.

Darauf folgt das wohl bekannteste (und das mit Recht) Stück der langen Bandgeschichte: "Majesty and Decay". Das Stück ist mit Abstand das langsamste des Albums, doch wird es von einem Riff dominiert, welches einer Dampfwalze (oder vielmehr einem Panzer) gleich, alles in seinem Weg zermalmt und die Nackenwirbel krachen lässt. Das ist Deathmetal at its best und ein würdiger namensgebender Song für das Album. Eine absolute Meisterleistung.

Auch die folgenden Songs haben ordentlich Dampf hinter den Noten und treten wieder etwas mehr auf das musikalische Gaspedal. So werden mit "Divine Code" und "In Human Form" zwei direkt zwei weitere Bretter nachgelegt, welche jedoch etwas unscheinbarer daherkommen als der großartige Track "Majesty and Decay", obgleich "Divine Code" mit einigen der beeindruckendsten Soli des Albums aufwarten kann.

Gleich darauf folgt ein weiterer Hammer, der ebenfalls mit Geschwindigkeit und zerstörerischer Unaufhaltsamkeit eines Panzers voranrumpelt: "A Glorious Epoch". Gleichzeitig mein persönlicher Liebling auf diesem Album, da die Atmosphäre gekonnt auf eine apokalyptische Düsternis gedrückt wird.

Nach einem kurzen nicht weniger atmosphärischen instrumentalsong mit dem schlichten Namen "Interlude" folgt die zweite Hälfte des Albums, die zwar verglichen mit anderen Genrevertretern immer noch stark sind, allerdings nicht das Niveau der ersten Hälfte halten können. So zieht der Track "A Thunderous Consequence" das Tempo noch einmal gekonnt an und "The Rapture of Ghosts" glänzt durch ein großartig düsteres Technical Death Riff, allerdings ist das hier abgelieferte nicht mehr so überragend und über jeden Zweifel erhaben, wie das zuvor gehörte. Dafür ist die verwendete Formel bereits zu häufig verbraten worden, obgleich die Songstruktur nach wie vor großartig ist.

Das die zweite Hälfte nicht mit der ersten mithalten kann, daran ändern auch die letzten beiden Songs "Power and Shame" und "The Comfort of Cowards" nichts mehr, trotzdem immer noch geniale Songs, die vor allem noch einmal Drummer, Steve Shalaty in ein besonderes Licht rücken. Denn für mich ist dieser einer der ganz großen Positivpunkte, die aus "Majesty and Decay" ein so absolut geiles Album machen.

Als Fazit bleibt zu sagen, wenn ihr in irgendeiner Form etwas mit Deathmetal anfangen könnt: HOLT EUCH DAS DING!

Wertung: 8/10

6.11.13 17:33, kommentieren